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Den harten Ton genau getroffen
Schauspieler Gregor Weber liest aus „Kochen ist Krieg"

Gauting • Kochen ist cool. Gekocht wird im Kino - „Soul Kitchen" von Fatih Akin - und im Roman: bei Martin Suter avanciert ein tamilischer Asylbewerber mit den ayurvedischen Rezepten seiner Großmutter zum Starkoch der Finanzelite. Doch Kochen ist auch Krieg, das zumindest bekam Gregor Weber während seiner Ausbildungszeit im Berliner Spitzenrestaurant VAU zu hören. Der in Gauting lebende Schauspieler konnte, eigenen Angaben zufolge, mit Ende Zwanzig „nicht viel mehr als Spaghetti à la Miracoli und Chili con Carne kochen. Mein Salatdressing war okay, und ein Rumpsteak habe ich, na ja, nicht vollständig ruiniert. Damit kommt man als Student gut durch, aber plötzlich, war ich verheiratet und irgendwie erwachsen." So beginnt sein Buch „Kochen ist Krieg", das Gregor Weber am Mittwoch in der Buchhandlung Kirchheim vorstellte. Es ist die Geschichte einer Reise durch zehn Profiküchen in Deutschland. Weber hat dem Koch des Bundespräsidenten in die Töpfe geschaut, bei einem Schiffskoch angeheuert und Canapes im Conviva im Münchner Blauen Haus gestrichen, gemeinsam mit Behinderten, die dort nach dem Prinzip der beschützenden Arbeitsstätte beschäftigt sind.
Weber liest humorvoll und schlüpft gern schon mal in die Rollen der Köche, von denen er schreibt. Wenn im A-la-Carte-Betrieb ein Vegetarier sechs Gänge essen will, schimpft der Chef-Entremetier schon mal auf die „Scheiß-Veggies". Und ein Kompliment aus demselben Mund klingt, von Weber wie Kautabak herausgeschleudert, so: „Aus dir mach ich noch 'nen richtigen A-la-carte-Killer, und jetzt räum uff!" Kochen ist Krieg.
„Ich hatte dieses Projekt schon lange im Kopf", bekennt Weber, der sich den Zweitberuf neben dem des Schauspielers bewusst gewählt hat - schließlich stammt seine Frau aus einer Familie von Gourmets. Der Kommissar Deininger, den Weber an der Seite von Maximilian Brückner im Saarbrückener „Tatort" spielt, hat so ein Umfeld nicht. „Deininger kann absolut nicht kochen", antwortet er auf die Frage einer Zuhörerin, ob er nun künftig im „Tatort" kochen werde. Gregor Weber sieht seine Zukunft vor allem im Schreiben. „Vielleicht kommt als nächstes ein Sachbuch, vielleicht aber auch ein Roman", sagt er. Genügend Sprachgefühl dafür besitzt er, wie eine Stimme aus dem Publikum bestätigt. Der Mann hat auch als Koch gearbeitet, nach der Lesung erklärt er: „Genau dieser Ton, den Sie in Ihrem Buch zitieren, diese ganze harte Sprache, das ist die Sprache der Küchen."
SABINE ZAPLIN/SZ

 

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